Das Solmser Land

 

Burg Greifenstein und Schloß Braunfels nach Zeichnungen von August Rumpf, welche Matthäus Merian in seiner Topographie Hassiae von 1655 abbildete.

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Durch die sogenannte Münzenberger Erbschaft in der Wetterau bedingt, fand 1420/36 im Hause Solms-Braunfels eine Teilung statt. Es entstanden die Grafschaften Solms-Braunfels und Solms-Lich. Die beiden Hauptlinien Braunfels und Lich, seit 1742 bzw. 1792 Fürstentümer, expandierten, so daß in den folgenden Jahrzehnten erneut geteilt wurde.

Im Jahre 1602 wurde die Grafschaft Solms-Braunfels in drei Linien gespalten (Bruderteilung). Graf Johann Albrecht l. erhielt die Ämter Braunfels und Gambach mit dem Butzbacher Viertel. Graf Wilhelm l. übernahm die Ämter Greifenstein mit der Residenz in Greifenstein und Wölfersheim/Wetterau. Graf Otto, gestorben 1610, danach sein Bruder Graf Reinhard, das Amt Hungen mit Residenz Hungen. Letztere Linie starb 1678 aus und ging je zur Hälfte an Braunfels und Greifenstein. Im Jahre 1693 erlosch auch das Haus Braunfels. Graf Wilhelm Moritz in Greifenstein (Reg. 1676-1724), erbte und verlegte seine Residenz nach Braunfels. Er gründete 1685 die Hugenottenkolonie Daubhausen/Greifenthal.

Das Fürstentum Solms-Braunfels (seit 1742) verlor durch Napoleon (Rheinbund) im Jahre 1806 seine Souveränität und kam an das neu gegründete Herzogtum Nassau. Nach den Befreiungskriegen (Wiener Kongreß) gelangte Solms-Braunfels 1815 an die Krone Preußens (Oberhoheit), und die Wetterauer-Solmsschen Ämter fielen an Hessen-Darmstadt. Es kam 1816 zur Gründung der Kreise Braunfels und Wetzlar. 1822 wurden beide Kreise zum Kreis Wetzlar, mit Kreisstadt Wetzlar, zusammengelegt.

Das Haus blieb bis 1918 Standesherrschaft. Bis zum 01.10.1932 gehörten der Kreis Wetzlar, der Dill- und Oberlahnkreis zum Regierungsbezirk Koblenz. Der Verwaltungsbezirk Kreis Wetzlar, in etwa bestehend aus den solmsschen Ämtern Braunfels, Greifenstein, der Standesherrschaft Hohensolms (Lich) und dem nassauischen Amt Atzbach, wurde in die Bürgermeistereien Stadt Wetzlar, Aßlar, Atzbach-Launsbach, Braunfels, Greifenstein, Hohensolms, Rechenbach und Schöffengrund aufgeteilt. Spätere Arrondierungen brachten noch weitere Orte wie z.B. Hermannstein dazu. Ab 1933 wurden diese Amtsbürgermeistereien aufgelöst. Der Ortsvorsteher wurde durch einen Ortsbürgermeister ersetzt. Bis Kriegsende 1945 gehörte der Kreis Wetzlar zu der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Durch den Einfluß der Besatzungsmächte (Amerikaner) wurde alles Preußische verbannt und es entstand das heutige Bundesland Hessen, zu dem auch der Kreis Wetzlar gehörte. Aus diesem entstand schließlich 1976 nach erneuten Grenzänderungen zusammen mit dem Dillkreis der Lahn-Dill-Kreis.