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Im Jahre 1742 wurde Graf Friedrich Wilhelm zu Solms-Braunfels in den Fürstenstand erhoben mit dem Prädikat „Durchlaucht". Seit dieser Zeit gibt es das Fürstentum Solms-Braunfels bis zur Übernahme durch Preußen 1815. Der Fürst, nun „Standesherr'' geworden, erhielt später einige Kompetenzen von Preußen zurück, war aber nicht mehr regierender Fürst bis Ende des Ersten Weltkrieges 1918. Der letzte Fürst verstarb 1970. Er war auch der letzte Solms-Braunfelser.
Das im Fürstenbrief (kaiserliche Urkunde) 1742 aufgenommene Wappen hat seine amtliche Bedeutung schon längst verloren und wurde unser Logo. Das Wappen in dieser Anordnung geht auf Graf Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein, ab 1694 zu Solms-Braunfels, zurück. Dieser erbte nach einem langen Erbschaftsprozeß am Reichskammergericht einen Teil der Tecklenburger Besitzungen in Westfalen, die er wenige Jahre später an Preußen verkaufte.
Die 3 Wappen im oberen Teil: goldener Anker auf blauem Grund steht für Lingen an der Ems; die 3 roten Seeblätter auf Silber für die Grafschaft Tecklenburg, und der schwarze Löwe mit den 3 Ringen in Silber steht für die Herrschaft Rheda, heute Rheda-Wiedenbrück. Beim Verkauf 1707 gelangten diese 3 Schilde in das große preußische Wappen. Für die Braunfelser blieben sie nur Titularwappen, d.h. die Solmser führten weiter nur die Titel mit den Wappen.
In der mittleren Reihe ein Ständerkreuz oder 4 grüne gezahnte Blätter auf Silber ist das Wappen Greifensteins. Rechts daneben 3 blaue Pfähle in Silber, soll Lichtenstein, ehemalige Burganlage über der Ulmtalsperre mit einem kleinen Herrschaftsbereich, repräsentieren, was aber nicht ganz den Tatsachen entspricht. Das eigentliche Wappen Lichtensteins ist dem Greifensteiner sehr ähnlich, hat nur andere Tinkturen. Greifenstein hatte nämlich nach neueren Forschungen ursprünglich 4 rote gezahnte Blätter auf Gold, Lichtenstein 3 rote gezahnte Blätter auf Silber, vergl. auch Wappen der Herren von Mudersbach. Das Wappen rechts außen ist Münzenberg in der Wetterau, goldener Schild mit rotem Schildhaupt, auch oft quergeteilt.
In der unteren Reihe stehen die Wappen der Kriechinger Besitzungen in Lothringen. 1684 erbte Graf Wilhelm Moritz in Greifenstein diesen Teil von seiner Tante geb. von Kriechingen, der unter Napoleon (linksrheinische Besitzungen) verloren ging. Die Entschädigung, die Frankreich Solms-Braunfels gewährte, bestand u.a. aus dem säkularisierten Kloster Altenberg. Der rote Balken quer auf Silber steht für Kriechingen, heute Crehange. Rechts das goldene Ankerkreuz auf rotem Feld ist die durch Heirat 1447 erworbene Herrschaft Beaucourt, richtiger Bacourt. Der sogenannte Kriechinger rote Löwe in Silber in der Mitte konnte bis jetzt nicht zugeordnet werden. Vielleicht Dorstweiler, heute Torcheville?
Die Schildhalter, Wilder Mann für Braunfels und der Greif für Greifenstein, s. auch Wappen in der Schlosskirche Greifenstein, sind ebenfalls zur Zeit des Grafen Wilhelm Moritz hinzugekommen. Über dem Gesamtwappen eine Fürstenkrone, rot ausgefüttert.
Der Mittelschild, blauer Löwe mit 7 oder 9 blauen Schindeln in Gold, ist der Solmser Löwe. Dieses Wappen fuhren alle Solmser als Familienwappen. Die Umkehrung in den Farben, goldener Löwe und goldene Schindeln in blauem Feld, ist das Wappen der Nassauer, so auch Nassau-Dillenburg.
(Arno W. Fitzler)